Sommer und Sonne genießen!

Dieser Sommer kann wieder „normal“ verbracht werden. Man darf reisen, epidemiebedingte Einschränkungen sind weitgehend gefallen und es besteht kaum Gefahr, aufgrund von Corona-Bestimmungen irgendwo zu stranden. Auch wenn die wirtschaftliche Lage mancherorts angespannt ist, wollen sich viele Menschen in diesem Jahr wieder einen unbeschwerten Sommerurlaub gönnen.

Und auch wer nicht verreist, freut sich schon auf ausgedehnte Aufenthalte im Schwimmbad, in der Natur und in der Sonne. Doch Sonnenstrahlen sind ein zweischneidiges Schwert. So wie Janus hat auch die Sonne zwei Gesichter. Sie ist einerseits unverzichtbar für unsere Gesundheit und andererseits kann sie Haut, Haar oder Augen schaden.

Wir müssen uns selbst aktiv schützen. Deshalb greifen wir in der Regel zur Sonnenschutzcreme, ein einfaches und bewährtes Mittel. Doch obwohl die meisten Menschen wissen, dass zu viel Sonne die Haut belastet, nutzt laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der AOK ein gutes Drittel der Bevölkerung keine Sonnenschutzmittel.

Vielen ist das Eincremen lästig, besonders den Männern. 44% von ihnen sind Sonnenschutzverweigerer, bei den Frauen sind es etwa 25%. 28% der Befragten erklärten außerdem, sich nur bei besonderen Gelegenheiten einzucremen, etwa beim Besuch des Freibads oder im Urlaub. Das reicht nicht aus. Denn Gesicht und Arme sind der Sonne praktisch dauernd ausgesetzt.

Mythos „gesunde Bräune“

Die Wissenschaft ist sicher, dass UV-Strahlen das Krebsrisiko erhöhen können. Die langwelligen UV-A-Strahlen lassen die Haut schneller altern, weil sie das elastische Bindegewebe schädigen. Das lässt Falten und Flecken auf der Haut entstehen. Die kurzwelligen energiereichen UV-B-Strahlen verursachen Sonnenbrand. Heute ist bekannt, dass Sonnenbrand ist keine harmlose, vorübergehende Hautrötung ist. Die Haut ist nachtragend. Jeder Sonnenbrand führt zu Veränderungen in den Hautzellen und lässt einen entzündungsfördernden Stoff entstehen, der für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich sein kann. Immerhin erkranken jährlich etwa 200.000 Menschen an Hautkrebs.

Sonnenschutz für die Hautgesundheit

Mit einem Sonnenhut, einer Sonnenbrille und einer ausreichenden Menge an Sonnencreme kommt jeder gut durch den Sommer. Bei der Sonnencreme ist zu große Sparsamkeit fehl am Platz, sie sollte großzügig und gleichmäßig aufgetragen werden, idealerweise etwa eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad oder dem Aufenthalt im Freien. Dabei sind die Sonnenterrassen – Stirn, Nasenrücken, Ohrmuscheln, Nacken, Schultern, Glatze – besonders schutzbedürftig. Aber: auch mit einem hohen Sonnenschutzfaktor und regelmäßigem Nachcremen lässt sich der Aufenthalt in der Sonne nicht unbegrenzt ausdehnen. Die angegebenen Zeiten sollten darum nicht überschritten werden. Sobald sich die Haut rötet, heißt es grundsätzlich: Raus aus der Sonne! Während der Mittagstunden ist die UV-Strahlung besonders intensiv. In dieser Zeit ist es empfehlenswert, den Schatten aufzusuchen. Denken Sie daran: Jeder Sonnenbrand schädigt die Haut und steigert das Hautkrebsrisiko. Deshalb sollten wir Sonne wohl-dosiert und gut geschützt genießen.

Tagsüber reichlich Sonnenschutz, abends reichlich Pflege

„Du siehst aber gut erholt aus!“ das hören wir nach dem Urlaub gerne, weil wir uns auch so fühlen. Deshalb ist regelmäßiges Eincremen Pflicht. Egal, ob Sie Ihre Freizeit im Freibad sind oder am Meer verbringen: Sonne, Wind und Wasser strapazieren die Haut und lassen sie austrocknen. Achten Sie auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor, der zu Ihrem Hauttyp passt und cremen Sie regelmäßig nach. Am Abend werden dann Creme, Salz und Sand unter der Dusche abgewaschen und die Haut anschließend mit einer Feuchtigkeit spendenden Lotion sorgfältig eingecremt. Spannt oder juckt die Haut, können kühlende Gelees mit hautschützenden Vitaminen und regenerierenden Inhaltsstoffen die strapazierte Schutzbarriere unterstützen und ihren Feuchtigkeitshaushalt regulieren. Achten Sie bei Ihren Pflegeprodukten auf möglichst natürliche Inhaltstoffe.

Sonne strapaziert auch das Haar. Salz- oder Chlorwasser, Wind und UV-Strahlung lassen es strohig werden. Ein Hut schützt deshalb nicht nur vor Sonnenstich, sondern auch das Haar. Nach dem Baden sollten Haare gründlich ausgespült werden, egal, ob Sie in Salz- oder Chlorwasser baden. Abends werden die Haare mit einem pflegenden Shampoo gewaschen und anschließend mit einer feuchtigkeitsspendenden Spülung verwöhnt. Mit einem Pflegeprodukt für die Haarspitzen lässt sich Spliss vorbeugen, regenerierende Öle wie Argan- oder Mandelöl versiegeln die Haaroberfläche und machen sie widerstandsfähig.

Auslandsreisen gut vorbereiten

Insgesamt ist es in der Welt nicht gerade friedlicher geworden. Um unangenehmen Überraschungen im Urlaub vorzubeugen, sollten sich Individual-Reisende, insbesondere bei der Planung einer Fernreise, auf den Seiten des Auswärtigen Amtes über die Situation im anvisierten Ferienziel informieren. Sowohl was die politische Lage als auch gesundheitliche Situation betrifft. Warnt das Amt vor Reisen in bestimmte Regionen, ist man gut beraten, der Warnung zu folgen. Das gilt auch für Hinweise auf für die Einreise erforderliche Impfungen oder empfohlene Prophylaxe Maßnahmen, wie Notfallmedikamente im Gepäck zu haben, wenn Sie beispielsweise in Malaria Risikogebiete reisen.

Rechtzeitig Impfschutz überprüfen

Eine Reise ist eine gute Gelegenheit, den Impfschutz für Tetanus, Polio und Diphterie, die auch in Deutschland wichtig sind, zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Je nach Reisezeit, Reiseziel und Reiseart müssen rechtzeitig vor der Abreise die sogenannten Indikationsimpfungen zusätzlich durchgeführt werden. Da manche Immunisierungen einen gewissen Vorlauf oder mehrere Impfdosen benötigen, bis sie ihre volle Schutzwirkung entfalten, müssen Sie rechtzeitig mit dem Impfen beginnen. Auch wenn bei der Einreise aus Deutschland gewisse Impfungen nicht erforderlich sind, so können sie doch zwingend verlangt werden, wenn eine Einreise aus Drittstaaten erfolgt. Aber auch bei Europatouren können im Vorfeld Impfungen sinnvoll sein. Viele beliebte Wanderregionen sind beispielsweise FSME-Risikogebiete. „Frühsommer-Meningoenzephalitis“ wird durch Zeckenstiche übertragen. Hier macht eine Impfung ebenfalls Sinn.

Auf Hygiene achten

Wenn wir während der Corona-Zeit eines gelernt haben, dann, dass regelmäßiges Händewaschen vielen Erkrankungen vorbeugt. Das gilt nicht nur für Atemwegsinfektionen, sondern auch wenn es um die Prophylaxe von Durchfallerkrankungen geht. Verdauungsprobleme beeinträchtigen das Urlaubsvergnügen besonders häufig. Verzichten Sie bei Fernreisen auf alles, was möglicherweise krankmachende Keime enthalten könnte. Wasser ist besonders oft verschmutzt. Greifen Sie zu Wasser aus der Flasche. In Ländern mit sehr schlechter Wasserqualität sollten auch die Zähne mit Mineralwasser geputzt werden. Verzichten Sie auf Salate, Speiseeis, Eiswürfel in Getränken, nicht durchgebratenes Fleisch, rohen Fisch und alle Speisen, die entweder nicht richtig gekühlt oder zu lange bei mittlerer Temperatur warmgehalten werden.

Wenn die Verdauung streikt

Ungewohntes Essen und verschobene Essenszeiten, fremde Gewürze, ein reichliches Hotelbuffet, größere Menge Alkohol und vielleicht auch weniger Bewegung als sonst, können die Verdauungsroutine durcheinanderbringen. Bei Verstopfung ist Flüssigkeit wichtig, also viel trinken, beispielsweise Wasser. Außerdem braucht der Darm Ballaststoffe, um in Bewegung zu kommen. Hier helfen frisches Obst (waschen und schälen), Trockenfrüchte, Gemüse, Hülsenfrüchte oder, wenn das nicht ausreicht, ein bis zwei Löffel Weizenkleie oder Leinsamen am Morgen im Joghurt. Dazu muss dann viel getrunken werden. Mit zusätzlicher, regelmäßiger Bewegung sollte das Problem bald gelöst sein. Viele Urlauber leiden allerdings eher unter dem Gegenteil. Wer „Montezumas Rache“ vermeiden will, sollte auf Hygiene achten sowie auf die bewährte Traveller-Regel: peel it, boil it, cook it or forget it! Sinngemäß: schäl es, koch es, brat es oder vergiss es.

Kommt es dennoch zum Unvermeidlichen, müssen Sie sowohl die verloren gegangene Flüssigkeit als auch die ausgeschiedenen Mineralien ersetzen. Mit einem selbstgemachten Getränk aus einem Liter abgekochtem Wasser, Mineralwasser oder schwarzen Tee und jeweils einem halben Teelöffel Salz und zwei Esslöffeln Zucker können Sie sich helfen. Auch Gemüsebrühe ist empfehlenswert. Wer in den Tropen unterwegs ist, kann die Flüssigkeit einer grünen Kokosnuss zu sich nehmen. Sie sollte aber erst unmittelbar vor dem Verzehr geöffnet werden. Außerdem helfen Bananen und geriebene Äpfel sowie mit Wasser gekochter Reisschleim. Lassen sich weder Durchfall noch Verstopfung mit den genannten Mittel beseitigen, hilft nur der Gang zum Arzt oder in die Apotheke.

Reiseapotheke ist kein Luxus

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sollte im Gepäck nicht fehlen, egal, wohin die Reise geht. Wer an einer bestimmten Erkrankung leidet, wird seine Medikamente ohnehin dabeihaben. Hier wird bei bestimmten Medikamenten allerdings geraten, eine ärztliche Verordnung und die Gebrauchsanweisung der Medikamente mit Angabe der chemischen Zusammensetzung mitzunehmen. Ebenso sollten Diabetiker vorsichtshalber eine Bescheinigung ihres Arztes dabeihaben. Aber auch wer nicht chronisch krank ist, profitiert im Notfall von einer gut sortierten Reiseapotheke. Denn Kopf- oder Zahnschmerzen können den Urlaub ganz schön vermiesen und bei Bedarf schnell eine elastische Binde oder ein Pflaster aus der Tasche ziehen zu können, ist bestimmt kein Nachteil. Ihr Apotheker stellt Ihnen gerne eine Reiseapotheke zusammen, die zu Ihrem geplanten Urlaub passt. Und bei dieser Gelegenheit kann er auch gleich überalterte Medikamente ersetzen.

Entspannt starten

Auch wenn viele es nicht so sehen, beginnen die Ferien nicht erst am Urlaubsort, sondern schon, wenn die Haustür ins Schloss fällt. Lange Autofahrten oder Flugreisen sind zwar heute fast alltäglich, doch sie sind und bleiben anstrengend und ermüdend. Bei einer langen Autoanreise tragen regelmäßige Pausen deshalb nicht nur zur Entspannung des Körpers bei. Sie sorgen auch dafür, dass Aufmerksamkeit und Konzentration nicht erlahmen und können so Unfälle vermeiden. Im Flugzeug kann man sich zwar entspannt zurücklehnen, denn da hat der Pilot das Steuer in der Hand. Doch die beengte sitzende Haltung belastet die Venen, weil das Blut in den Beinen nicht richtig zirkulieren kann. Ab und an mal aufstehen oder Reise-Thrombosestrümpfe machen eine Flugreise entspannter.

Langsam eingewöhnen

Um 9:00 Uhr noch zu Hause, Stunden später schon in Afrika oder Asien, das kann dem Körper zu schaffen machen. Lassen Sie es langsam angehen. Ein kurzes Nickerchen zwischendurch – und schon lässt sich die neue Umgebung viel besser genießen. Mit ausreichend Flüssigkeit und einem moderaten Einstieg in die regionale Küche starten Sie sanft in die schönsten Wochen des Jahres. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

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