Nahrungsergänzungsmittel

Neue Ernährungswelten – vierter Teil

Essen plus: Nahrungsergänzungsmittel

Wer rundum gesund ist und sich ausgewogen ernährt, braucht sich nicht zu sorgen, ob ihm vielleicht bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe fehlen. Aber es gibt Situationen, in denen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.

Im Grunde enthalten Tabletten, Kapseln, Pulver und Co. dieselben Vitamine oder Mineralstoffe, die auch in normalen Lebensmitteln vorkommen – allerdings in konzentrierter Form und oft in hoher Dosierung, informiert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nahrungsergänzungsmittel können pflanzliche Stoffe wie etwa Knoblauch enthalten, tierische wie Fischöl oder synthetisch hergestellte, wie die meisten Vitamine. Gemeinsam ist allen: Sie können Nährstoffdefizite ausgleichen, die in schwierigen Lebenssituationen entstehen – beispielsweise bei besonderer körperlicher Beanspruchung, bei bestimmten Krankheiten oder auch angesichts von Mangelernährung.

Beispiel Vitamin D

Oder auch, wie im Fall von Vitamin D: bei mangelnder Sonnenexposition. Denn der Hauptteil dieses lebensnotwenigen Vitamins (das genau genommen ein Hormon ist) wird unter Sonneneinwirkung in der Haut gebildet. Nur 10 bis 20% werden mit der in Deutschland üblichen
Ernährung aufgenommen. Der Vitamin D-Anteil ist in den meisten Nahrungsmitteln zu gering – relevante Mengen finden sich nur in fetten Fischen wie Lachs, Hering, Aal oder Sardine, in Ei, Pilzen oder Käse.

Seit einiger Zeit schlägt nun der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Alarm, da ausgerechnet Jungen und Mädchen zwischen 3 und 17 Jahren nach Erhebungen des Robert-Koch-Instituts mit Vitamin D deutlich unterversorgt sind. Dabei ist es gerade für deren Knochenaufbau und Immunsystem besonders wichtig. Ein Grund für die Unterversorgung ist, dass sich Kinder und Jugendliche heute seltener im Freien aufhalten als noch vor 20 Jahren – und wenn doch, dann sind sie zum Schutz der Haut in der Regel gut mit Kleidung und/oder Sonnencreme bedeckt, so dass kaum Sonnenstrahlen an die Haut dringen.

Veganer wiederum sind gefährdet, ein Defizit an jenen Nährstoffen zu entwickeln, die nur in tierischen Lebensmitteln ausreichend und in wirksamer Form enthalten sind. Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, oder auch Menschen mit Stoffwechselerkrankungen, haben wiederum oft einen besonderen Bedarf an bestimmten Vitaminen bzw. Mineralstoffen. Einen ganz besonderen Bedarf – vor allem an Folsäure und Jod – haben natürlich auch Schwangere.

Keine Medikamente

Nahrungsergänzungsmittel sollen und können nicht wie Medikamente wirken, also zum Beispiel den Blutdruck oder den Blutzuckerspiegel senken oder Beschwerden und Krankheiten lindern. Sie sollen, wie der Name schon sagt, die Nahrung um wichtige Nährstoffe ergänzen, an denen der Körper aus den verschiedensten Gründen gerade einen Mangel hat. Wichtig ist in jedem Fall, die empfohlene tägliche Verzehrmenge, die auf dem Etikett immer erwähnt werden muss, nicht zu überschreiten.

 

Vorsicht im Internet

Einige Mittel werden im Internet günstiger angeboten als in Apotheke oder Drogerie. Allerdings birgt eine Bestellung im Internet immer das Risiko, auf unseriöse Anbieter zu stoßen oder Produkte im Ausland zu bestellen, die nicht dem deutschen Lebensmittelrecht unterliegen. Diese können beispielsweise Inhaltsstoffe in zu hoher Dosierung enthalten oder auch Substanzen, die von den deutschen Behörden nicht empfohlen werden.

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