Tag der Organspende

3. JUNI 2023

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Droht ein lebenswichtiges Organ zu versagen, bleibt oft nur die Hoffnung auf eine Spenderorgan. Doch die sind knapp und die Wartelisten
lang. Es gibt nicht genug Spender. Der Tag der Organspende, der jedes Jahr am ersten Wochenende im Juni stattfindet, soll auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam machen, Fragen beantworten und Vorurteile ausräumen.

In Deutschland warten etwa 8.500 Menschen auf ein Spenderorgan. Wer es auf die Warteliste geschafft hat, muss geduldig sein, denn der Bedarf ist größer als die Zahl
der Spenderorgane. Deshalb haben nicht alle das Glück rechtzeitig ein passendes Organ zu erhalten. 2021 sind über 800 Patienten, die schon auf der Warteliste standen, gestorben. Die meisten Personen hoffen auf eine Spenderniere. Benötigt werden außerdem Lebern, Lungen und Herzen.

Organspenden werden positiv gesehen, aber …

Wie eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 2022 ergab, haben 84% der Befragten eine positive Einstellung zur Organ- und Gewebespende, 40% haben einen Organspendeausweis. Und nicht jeder, der einen Organspendeausweis besitzt ist auch Spender. Denn man kann auf dem Organspendeausweis auch einer Organentnahme nach dem Tod
widersprechen.

Wer kommt als Organspender in Frage?

Grundsätzlich kann jeder Mensch Organe spenden, solange das Organ gesund ist. Bei einer Krebserkrankung, einer aktiven Tuberkulose oder einer schweren Blutvergiftung ist eine Organspende ausgeschlossen. Gesetzlich kommen aber nur Menschen in Frage, die an einer schweren Hirnschädigung sterben, zum Beispiel in Folge eines Schlaganfalls oder eines Unfalls. Der Hirntod ist das entscheidende Kriterium, er muss von zwei Ärzten diagnostiziert werden. Und auch dann dürfen Organe nur entnommen werden, wenn entweder eine entsprechende
Patientenverfügung des Verstorben vorliegt oder die Angehörigen ihre Zustimmung geben.

Zum Verständnis: Wenn infolge eines Infarkts das Herz aufhört zu schlagen und infolgedessen der Hirntod eintritt, dann ist die Todesursache das Herz-Kreislaufversagen und nicht der Hirntod. Wer in Deutschland so stirbt, kann nicht Organspender werden. Auch Koma-Patienten, bei denen die Behandlung laut einer Patientenverfügung eingestellt wird, sterben per Definition nicht an einem Hirntod und kommen damit nicht als Organspender in Frage.

Wann „passt“ ein Organ?

Um den geeigneten Empfänger zu finden, müssen Blutgruppe und bestimmte Gewebemerkmale zusammenpassen, teilweise auch Organalter-, -größe und -gewicht von Spender und Empfänger. Auch die Körpergröße, Alter und Körpergewicht können eine Rolle spielen. Und natürlich geht es nach Dringlichkeit. Empfänger, bei denen höchste Dringlichkeit besteht, werden bei der Vergabe bevorzugt behandelt. Diese muss allerdings in jedem Einzelfall von einem Arzt begründet werden.

Dann kommt es auch noch darauf an, wie lange ein Patient schon auf ein neues Organ wartet und wie weit  der Entnahmeort vom Transplantationsort entfernt ist. Denn es muss schnell gehen, ein zu langer Transportweg kann das entnommene Organ schädigen. Ist ein passendes Spenderorgan gefunden, muss es schnell gehen.

Wer auf ein Organ wartet, muss deshalb jederzeit erreichbar sein. Ist der Patient nicht erreichbar, erhält der Nächste auf der Warteliste den Vorzug.

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