Burnout durch Diabetes

Burnout tritt nicht nur in Verbindung mit Erwerbstätigkeit auf, sondern kann auch durch Belastungen im privaten und familiären Bereich sowie durch Krankheiten entstehen. Insbesondere bei Diabetikern ist das Risiko für Burnout deutlich erhöht. Auf den Zusammenhang zwischen der Stoffwechselkrankheit und Burnout wird bereits seit längerem hingewiesen.

Erfahren Sie hier, was die Auslöser für einen Diabetes-Burnout sind und wie Betroffene frühzeitig entgegenwirken können – um nicht „auszubrennen“.

Schneller, höher, weiter: hoher Preis für zu viel Fleiß

Burnout ist ein Zustand, der sich nach einer längeren Phase von übermäßigem Stress einstellt. Dieser negative Stress verbraucht Kraft und führt schließlich zu einem ausgeprägten Erschöpfungszustand – wenn die Energiereserven nicht im gleichen Ausmaß wieder aufgeladen werden. Burnout bedeutet somit eine lang andauernde zu hohe Energieabgabe bei ungenügendem Energienachschub. Kurze Erholungsphasen führen nicht zu einer Rückbildung des Erschöpfungszustandes.

Zentrales Symptom ist die emotionale, physische und psychische Erschöpfung. Burnout-Prozesse können sich über Jahre hinweg entwickeln. Erste Anzeichen eines Burnouts machen sich auf der Gefühlsebene bemerkbar. Betroffene sind depressiv, leicht reizbar, vergessen Termine und ziehen sich zurück. Der Rückzug findet nicht nur am Arbeitsplatz statt, sondern betrifft auch Familie und Freunde. Daneben leidet auch die körperliche Verfassung.

Die Bewältigung einer chronischen Erkrankung kann eine emotionale Belastung sein

Burnout ist immer noch für viele ein Tabu-Thema, denn es wird fälschlicherweise als mangelnde Belastbarkeit interpretiert. Jedoch bedeutet Burnout eben nicht mangelnde Belastbarkeit, sondern Burnout entsteht vielmehr aufgrund einer permanenten Belastung/Überlastung/Überforderung, der gerade auch Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes ausgesetzt sind. Der Umgang mit dieser Krankheit stellt hohe Anforderungen an die Betroffenen. Menschen mit Diabetes müssen über eine gewisse Handlungs- und Leistungsfähigkeit verfügen, stets die Kontrolle über ihre Krankheit haben und ein an die Krankheit angepasstes Leben führen. Dies setzt Therapietreue und Selbstdisziplin mit regelmäßigem Messen des Blutzuckers, der Einnahme von Medikamenten, dem Spritzen von Insulin, der Anpassung der Ernährung und der körperlichen Aktivität voraus, um eine Über- oder Unterzuckerung und damit einhergehende Komplikationen zu vermeiden. Die Erkrankung dominiert somit den Alltag – und zwar an 365 Tagen im Jahr.

Anzeichen für Diabetes-Burnout

Das Leben mit Diabetes kann also entmutigend und frustrierend sein, sodass es nicht verwunderlich ist, dass Diabetiker ein höheres Risiko für Burnout haben als stoffwechselgesunde Menschen. Diabetes-Burnout äußert sich darin, dass Betroffene deprimiert sind, weil sie tagein, tagaus mit Diabetes zu tun zu haben und sich ständig Sorgen über mögliche Komplikationen machen. Ein Burnout ist durch eine ausgeprägte mentale, emotionale und körperliche Erschöpfung aufgrund der Erkrankung gekennzeichnet.

Das führt dazu, dass das Diabetesmanagement als Belastung empfunden wird, wodurch die Einhaltung der Diabetestherapie und damit die Blutzuckerkontrolle beeinträchtigt sind. Studien zeigen, dass sich die Burnout-gefährdeten Patienten ausgelaugt und hoffnungslos fühlen und auch Probleme bei der Selbstfürsorge haben – sie essen mehr und bewegen sich weniger und vernachlässigen insgesamt die Behandlung, indem sie z.B. Insulin nur noch in unregelmäßigen Abständen spritzen und den Blutzucker seltener messen. Auf diese Weise wird die Gesundheit
massiv gefährdet.

Diabetes-Burnout frühzeitig entgegenwirken

Ziel der Diabetestherapie ist es, dass die Patienten trotz ihrer Beeinträchtigungen eine hohe Lebensqualität erreichen und aufrechterhalten. Früherkennung und die Prävention von Dauerstress und Überlastung durch Diabetes und dessen Management sind entscheidend, um ein (Diabetes-)Burnout zu verhindern. Die Chancen für einen erfolgreichen Umgang mit Burnout sind am besten, wenn eine Belastungsreaktion frühzeitig erkannt wird, Betroffene (psycho-)therapeutische Angebote nutzen können und im Umfeld Unterstützung erhalten. Niemand sollte sich scheuen zuzugeben, dass er unter Burnout leidet, denn das betrifft viele Menschen, nicht nur Diabetiker. Es ist daher sinnvoll, sich rasch Unterstützung durch Fachkräfte zu holen. Diese unterstützen Betroffene bei der körperlichen und seelischen Bewältigung von Diabetes und erarbeiten Pläne, die den Leidensdruck verringern, z.B. durch kleine Änderungen in der Diabetesroutine oder durch die Teilnahme an einer Schulung zur Stressreduktion.

Tipps bei Burnout

Da Körper, Geist und Seele aus der Balance geraten sind, ist es dringend nötig, den Rhythmus zu verlangsamen, d.h. innezuhalten. Je mehr Zeit sich der Burnout-Patient zugesteht, desto schneller verläuft der Heilungsprozess.  Versuchen Sie, sich von hohen Erwartungen zu lösen, und setzen Sie sich kleinere realistischere Ziele. Integrieren Sie Auszeiten in den Tagesablauf. Und vor allem: Seien Sie freundlich zu sich selbst, um wieder „Feuer und Flamme“ statt ausgebrannt zu sein.

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