Aktiv trotz Diabetes!

Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2022 treiben 52 Prozent der Menschen hierzulande regelmäßig Sport. Eine gute Nachricht, denn körperliche Aktivität baut Stress ab, kurbelt die Denkleistung an und fördert die Gesundheit.

Vor allem der letzte Punkt ist besonders für Diabetikerinnen und Diabetiker von Bedeutung. Denn wer sich regelmäßig bewegt, kann nicht nur den Blutzuckerspiegel dauerhaft senken und so Medikamente einsparen, sondern auch den typischen Folgebeschwerden wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

Sport ist Mord?

Wer sich noch immer an diesen alten Spruch klammert, sollte seine oder ihre Einstellung eventuell noch einmal überdenken – insbesondere als Diabetikerin oder Diabetiker! Eigentlich trifft nämlich das Gegenteil zu: Regelmäßige Bewegung verbessert die Gefäße und reduziert das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen. Zudem wird der Stoffwechsel angeregt und das biologische Alter gesenkt. Aber damit noch nicht genug: Zusätzlich wird das Immunsystem stimuliert und die Stressresilienz verbessert. Zieht man dann noch in Betracht, dass Sport das Muskelkorsett stärkt und dadurch hilft, Sturzverletzungen sowie Haltungs- und Gelenkschäden zu verhindern, wird verständlich, weshalb Sport auch das Medikament ohne Nebenwirkungen genannt wird.

Sport kann helfen, birgt aber auch Gefahren!

Aus diesem Grund gehört Bewegung auch zu den wichtigsten Säulen bei der Diabetes-Therapie. Vor allem bei Typ-2-Diabetes ist Sport ein wichtiger Behandlungsbaustein. Der Grund: Sportliche Belastung macht die Zellen sensibler für Insulin, die Glukoseaufnahme steigt und der Blutzuckerspiegel sinkt. Ganz nebenbei hilft Sport außerdem, überflüssige Kilos abzubauen sowie den Blutdruck und die Blutfettwerte zu verbessern.

Auch bei Typ-1-Diabetes kann regelmäßiges Training helfen, das Wohlbefinden zu verbessern. Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten: Erstens beeinflusst Sport den Blutzuckerspiegel sehr stark, weshalb die Insulindosierung genau auf die körperliche Aktivität abgestimmt werden muss. Zweitens verstärkt Muskelarbeit die Wirkung von Insulin, so dass der Insulinbedarf eher sinkt. Aufgrund dieser starken Wechselwirkungen kann es bei der falschen Insulindosierung sowohl zur Unterzuckerung als auch zur Überzuckerung kommen. Besondere Vorsicht ist bei Sportarten wie Tauchen oder Drachenfliegen angebracht, denn hier kann ein Fehler für Sie und andere lebensgefährlich sein.

Bevor Sie nun die Sportschuhe schnüren, sollten Sie auf jeden Fall vorher in der Arztpraxis vorbeischauen. Dort kann man Sie auf eventuelle körperliche Einschränkungen untersuchen und bestimmen, wie hoch die sportliche Belastung sein darf. Für manche mag Ausdauersport wie Walken oder Schwimmen das Richtige sein. Andere sollten eher auf kleine Veränderungen im Alltag setzen, zum Beispiel das Auto stehen lassen und öfter mal zu Fuß gehen. Außerdem wird Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin sagen können, wie Ihre Insulintherapie an die neuen Umstände angepasst werden muss.

Wenn Sie zusammen mit Gleichgesinnten Sport machen, sollten Sie außerdem Ihre Trainingspartner über Ihren Diabetes informieren und erklären, was im Falle einer Unterzuckerung zu tun ist. So vorbereitet können Sie sich dann beruhigt auspowern!

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