Alle Generationen unter einem Dach

Was einst normal war, müssen wir heute wieder neu erfinden. Frühere Generationen lebten ganz selbstverständlich unter einem Dach, oder doch zumindest so nah beieinander, dass sie sich gegenseitig helfen und unterstützen konnten.

 

Wenn heute die Kinder aus dem Haus sind, bleiben die Eltern oft mit viel zu viel Wohnraum zurück. Mit den Jahren wird die große Fläche zur Belastung. Schließlich muss alles sauber gehalten werden. Gehört noch ein Garten dazu, wächst der seinen Eigentümern oft buchstäblich über den Kopf. Für die Kinder, die weit weg wohnen und mit ihrem Berufs- und Familienleben beschäftigt sind, ist es auch nicht so einfach. Denn Oma und Opa, die beim Kinder hüten einspringen oder anderweitig unter die Arme greifen könnten, sind nicht greifbar. Das macht das Leben für viele junge Familien kompliziert und teuer.

Gegenseitige Unterstützung

Nun ist es sicher nicht jedermanns Sache mit den Eltern oder Schwiegereltern unter einem Dach oder in unmittelbarer Nähe zu leben. Beim generationenübergreifenden Wohnen sind es nicht unbedingt verwandtschaftliche Bande, die eine Wohn- oder Hausgemeinschaft verbinden. Viele Wohnprojekte entstehen beispielsweise, weil sich Gleichgesinnte zusammentuen, die im Alter nicht vereinsamen wollen und den sozialen Austausch suchen.

Auch die hohen Kosten für eine Unterbringung in einem Heim spielen dabei eine Rolle. Wenn sich die Mitbewohner gegenseitig helfen können oder gemeinsam eine Pflegekraft bezahlen, lässt sich die Pflege im Alter leichter bezahlen. Andere Wohngemeinschaften entstehen, weil ältere Menschen keine eigenen Kinder haben oder Jüngere keinen eigenen Eltern mehr. Der Umgang mit den Kindern hält die Senioren fit, die Kinder haben Ansprechpartner, die mehr Zeit zum Spielen haben als die Eltern. Die wiederum können sich ihrem Beruf widmen, und wissen dabei den Nachwuchs betreut und in guten Händen. So profitieren alle Genrationen vom gemeinsamen Zusammenleben. Und wenn Hilfe benötigt wird, unterstützt man sich gegenseitig, beispielsweise beim wöchentlichen Einkauf, bei Arztbesuchen, beim Blumengießen im Urlaub oder bei kleinen Handwerksarbeiten.

Kaufen, mieten oder bauen?

Je nach Solvenz werden bestehende Gebäude gemeinsam gekauft oder gemietet. Es kann aber auch nach den Wünschen aller Beteiligten neu gebaut werden. Viele Fertighausanbieter haben heute Generationenhäuser im Angebot, die genau den Bedürfnissen der Wohngemeinschaft entsprechen. Die Wohneinheiten werden in Größe und Ausstattung individuell angepasst, es können dazu Gemeinschaftsräume oder separate Eingänge geplant werden. Der Bau oder Kauf eines gemeinsamen Projektes lässt sich finanziell oft leichter stemmen.

Die eigenen Vorstellungen kennen

Neben den vielen Vorteilen, die ein generationsübergreifendes Haus hat, gibt es natürlich auch Nachteile. So dauert es in der Regel wesentlich länger, bis ein Objekt gefunden ist, das allen zusagt. Oder bis das Bauvorhaben geplant ist.

Bevor man sich entschließt diesen Schritt zu gehen und in ein Generationenhaus zu ziehen, sollte man seine eigenen Wünsche auf den Prüfstand stellen und sich ganz sicher sein. Ebenso sollte man vorher genau wissen, welche Erwartungen die anderen Beteiligten haben oder wieviel Nähe und Abstand jeder braucht oder haben möchte

Copyright der Grafik/des Fotos: Robert Kneschke – stock.adobe.com #256161582