MEXIKO – Mehr als Tequila und Sombreros

Eine Spannende Reise auf der Halbinsel Yukatan zu ungeahnten kulturellen Schätzen und überwältigender Natur!

Ein Blick auf den Globus zeigt deutlich, wie nah Deutschland – im Vergleich zur mittelamerikanischen Halbinsel Yukatan – am Nordpol liegt. Kein Wunder, dass dieses Reiseziel in unseren Wintermonaten so beliebt ist! Um das Besondere der mexikanischen Geschichte, der Landschaft sowie der Kultur zu erleben und vor allem die Wärme zu genießen, verlässt man gerne die vertraute Umgebung. Für Entdeckungseisen haben Touristen hier reichlich Platz: Yukatan ist mit seinen drei Bundesländern Yukatan, Campeche und Quintana Roo in der Fläche zwar kleiner als Deutschland (150.000 qm zu 350.000 qm), hat aber nur 4 Mio. Einwohner.

Die Qual der Wahl

Um eine ungefähre Vorstellung von der Vielfalt Yukatans, seiner Maya-Monumente und der Schönheit seiner Küsten zu bekommen, lohnt es, eine ausgewählte Route zu nehmen. Denn geschichtlich Interessierten wird es nicht möglich sein, sämtliche archäologischen Stätten der Maya-Kultur zu besichtigen. Die auf der Landkarte verzeichneten Symbole der Pyramiden, Prachtbauten und Kultstätten, die eine Zeitspanne von 1.800 Jahren umfassen, zeigen, dass es Sinn macht, eine Auswahl zu treffen. Abgesehen von den geschichtlich interessanten und geheimnisvollen Orten gehört zu dieser Reise aber auch das Erlebnis der vielfältigen Flora und Fauna. Deshalb bietet sich folgende Reiseroute an: Ankunft in Cancun, Weiterfahrt nach Playa del Carmen, dann nach Chichén Itzá, Richtung Westen weiter nach Merida, der Hauptstadt von Yukatan; zur Küste nach Celestun zu den Flamingos und zur bedeutenden Ausgrabungsstätte Uxmal, Weiterfahrt nach Campeche, der Weltkulturerbe-Stadt, zum kaum erforschten Calacmul, zur Lagunenstadt Bacalar und – als krönenden Abschluss – zum Palast von Tulum. Oder aber von Cancun aus „anders herum“.

Unterwegs

Wer auf dem „Internationalen Flughafen Cancun“ auf der Seite des Karibischen Meeres landet, hat die Möglichkeit, in der Stadt Cancun selbst zu bleiben. Als bekannte Touristenhochburg bietet sie Hotel-Angebote für jede Preisklasse. Als Alternative zum Start der Rundreise kann man den 63 km von Cancun entfernten Küstenstreifen ansteuern, um in der charmanten Stadt Playa del Carmen Station zu machen. Wobei man den Blick kaum von der intensiv blaugrünen Farbe des Wassers und dem weißen Sand wenden kann.

„Der Mund des Brunnen der Itzáes“

Die nächste Etappe führt in das „Herz der Halbinsel“ nach Chichén Itzá, der bekanntesten Ausgrabungsstätte der Mayas. Diese Kultstätte mit den Ausmaßen einer Stadt gilt als „Achtes Weltwunder“ und ist ein Muss für Mexiko-Reisende. Hier zeigt sich die alte Hochkultur in aller Pracht – Denkmäler einer untergegangenen Kultur. Nur durch unermüdliche Forschung wurden der Aufstieg und die Entwicklung der Maya-Kultur mit ihrer Religion, ihren Schriften oder ihrer präzisen astronomischen Kenntnisse für uns in etwa vorstellbar. Empfehlenswert ist es, in Chichén Itzá eine Hotelübernachtung zu buchen, um früh morgens in Ruhe ohne Andrang die Anlage zu besichtigen.

Mérida

Die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan wird zu Recht als „Tor zur Welt der Maya“ bezeichnet; Städte entstanden hier schon vor 1.000 Jahren. Aber erst im 19. Jahrhundert begann eine goldene Zeit mit der Produktion von Sisal. Sisal wird aus Fasern einer Agavenart gewonnen und ist ideal für Schiffstaue, Hängematten etc. Dank des Sisal-Monopols war Mérida zu diesem Zeitpunkt eine der reichsten Städte der Welt. Ehemals pompöse Haziendas legen Zeugnis davon ab, und zahlreiche, gut erhaltene Villen geben der Stadt im Zentrum ein europäisches Flair. Als Universitätsstadt ist Mérida noch dazu eine junge, lebendige Stadt. Aber sie ist auch berühmt für ihre Geschichte durch die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert. Eine der ältesten Kathedralen auf dem amerikanischen Festland befindet sich hier: die „Catedral de San Idelfonso“, entstanden aus den Steinen eines zuvor hier erbauten Maya-Tempels. Die Kirche befindet sich wie andere Sehenswürdigkeiten ebenfalls im Zentrum. Ganz in der Nähe gibt es leckeres Eis!

Flamingos zum Sattsehen

Der Naturpark von Celestún („Himmlischer Stein“) ist eines der wenigen Flamingo-Paradiese, in dem sich je nach Jahreszeit bis zu 10.000 Flamingos in der Lagune oder den Mangrovenwäldern tummeln. Die Lagune aus Salz- und Süßwasser beherbergt über 200 Vogelarten. Vom Boot oder von kleinen Holzbrücken aus kann man Adler, Bussarde, Fregattvögel, Pelikane, Silber-, Kanadier- und Grünreiher beobachten sowie Rosalöffler.

Mit etwas Glück fischt man eine rosa Flamingofeder aus dem Wasser oder sieht träge Krokodile bei einem Nickerchen. Es sei denn, man ist am Strand selber faul, bestellt leckere Scampis, Burritos mit Tomaten-Knoblauch-Sauce, Rotwein und beobachtet die sanft auf den Wellen schaukelnden Pelikane.

Uxmal

Uxmal („3-mal gebaut“) ist für Archäologen eine besonders wertvolle Ausgrabungsstätte, weil hier die meisterhafte Verarbeitungstechnik der Mayas zu sehen ist. Wegen der extrem guten Kalksteinqualität haben die feinen Steinreliefe tausend Jahre überdauern können. Die Reliefs auf den Gebäuden der ehemals 25.000 Menschen umfassenden Stätte, die ihre Blütezeit 500 bis 900 nach Christus hatte, sind deutlich zu sehen – ein kleines Wunder. Heute weiß man, dass die Steinskulptur des Jaguars den Mayas heilig war – neben der Schildkröte und Schlange. Auch hier konnten die Forscher Hieroglyphentexte entziffern, und man kann sich gut vorstellen, wie mühsam dies war. Konnten doch von den insgesamt 800 bis 900 verschiedenen Schriftzeichen der Mayas bisher etwa 500 „gelesen“ werden. Hier in Uxmal ist die gesamte Anlage in einem sehr guten Zustand, was für die Touristen sehr erfreulich ist.

Campeche

San Franciso de Campeche ist die Landeshauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Die meisten Reisenden sind von der Schönheit Campeches entzückt und überrascht. Das historische Zentrum als auch die Strandpromenade zur Zeit des Sonnenuntergangs sind ein beeindruckendes Erlebnis. Die Stadt wurde durch die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert wichtigster Hafen Yucatans. Die imposanten Befestigungsanlagen umgürten Campeche noch heute als Stadtmauer, in den engen Gassen mit ihren bunten Häusern im Innern findet quirliges Leben statt und lädt zum Flanieren ein.

geheimnisvolles Calacmul

Neben Tical in Guatemala ist Calacmul eine Mayahauptstadt, die erst zu circa 10 Prozent ausgegraben ist. Bisher entdeckte man in Calacmul circa 8.000 kulturell bedeutsame Funde. Die sogenannte Pyramide II mit einer Höhe von rund 45 Metern verschafft eine unvergessliche Aussicht auf eine andere Welt: das nächste Dorf ist 60 Kilometer nördlich entfernt – südlich, westlich, östlich ist das weite NICHTS!

Die Stadt der sieben blauen Farben

Die schöne Stadt Bacalar ist mit ihrer relativ unberührten Lagune einfach malerisch. Übernachtet man in Bacalar, bietet sich ein Besuch der etwa 50 Kilometer landeinwärts gelegenen Mayastadt Kohunlich an. Hier findet man einen eigentümlichen architektonischen Stil und dazu eine besondere Pflanzenwelt. Durch die Nähe zum Meer sieht man sogar schon Kokospflanzen und spürt den angenehmen Ostwind.

Der Palast von Tulum und im Hintergrund die traumhaft schöne Farbe des Meeres sind auf den Plakaten in fast jedem Reisebüro abgebildet – zu Recht! Wer sich hier in Yukatan aufhält, sollte den gleichzeitigen Blick aufs Meer und auf die Ruinen dieser Ausgrabungsstätte nicht verpassen!

Ein Tipp: Nicht gleich zum Flughafen fahren, sondern sich zum Abschluss der Reise noch zwei oder drei Tage in einem Strandhotel gönnen. So hat man Zeit, die besonderen und vielfältigen Eindrücke von Yukatan auf sich wirken zu lassen, bevor es wieder nach Hause geht.

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