Was tun im Notfall?!

Diabetiker können mit einem gesunden Lebensstil und einer geeigneten Therapie ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Es können jedoch Situationen auftreten, in denen es nicht mehr gelingt, einen normalen Blutzuckerspiegel aufrechtzuerhalten: Es kommt entweder zu einer Unter- oder Überzuckerung, die schwerwiegende Folgen haben können.

UNTERZUCKERUNG
Eine Unterzuckerung des Blutes wird als Hypoglykämie bezeichnet. Der Blutzuckerspiegel sinkt dabei auf Werte unter 50 mg/dl.
Eine Unterzuckerung, die aufgrund mangelnder oder fehlender Nahrungsaufnahme mit Zittern, Schlappheit und reduzierter Konzentrations- und Leistungsfähigkeit einhergeht, kennt vermutlich jeder. Besonders häufig kommt Hypoglykämie aber bei Diabetes-Patienten als Folge einer Überdosierung von Insulin auf. Weitere Ursachen sind erhöhte körperliche Belastung sowie Alkoholkonsum bei gleichbleibender Insulingabe.
Eine Unterzuckerung äußert sich unter anderem durch Zittern, Schwäche, Schweißausbruch, Heißhunger, Herzklopfen, Schwindelgefühle und Sehstörungen. Nimmt die Blutzuckerkonzentration weiter ab, kann es zum hypoglykämischen Schock mit Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit kommen.

ÜBERZUCKERUNG
Das Gegenteil von Hypoglykämie ist die Hyperglykämie – eine Überzuckerung des Blutes. Der Blutzuckerspiegel steigt auf über 250 mg/dl; Lebensgefahr besteht ab 400 mg/dl. Auslöser können zum Beispiel fieberhafte Infekte sein. Möglicherweise wurden die Medikamente auch unterdosiert oder es wurde vergessen, sie einzunehmen. Daneben kann eine Überzuckerung auf die fehlerhafte Injektion von Insulin, mangelhafte Schulung sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zurückzuführen sein.
Symptome sind starker Durst, Erbrechen, Bauchschmerzen, Acetongeruch des Atems, Benommenheit und Bewusstseinstrübung. Wird eine Hyperglykämie nicht rechtzeitig behandelt, kann daraus ein diabetisches Koma mit Schock und Bewusstlosigkeit entstehen.

IM AKUTEN NOTFALL IST SCHNELLES REAGIEREN WICHTIG
Auch wenn eine Unter- bzw- Überzuckerung letztendlich nur mit einem Blutzuckermessgerät eindeutig festgestellt werden kann, so können Diabetespatienten auch anhand eines Diabetikerausweises identifiziert werden, den die Betroffenen in der Regel bei sich tragen. In diesem sind persönliche Daten sowie Angaben zur Behandlung festgehalten, sodass im Notfall entsprechend diesen Informationen gehandelt werden kann. Welche Behandlung eingeleitet wird, hängt vom Zustand des Patienten ab: Ist dieser bei Bewusstsein, sollte man ihm Traubenzucker oder Fruchtsaft anbieten. Einem Bewusstlosen dürfen dagegen niemals Nahrung oder Flüssigkeit verabreicht werden, da Erstickungsgefahr besteht. Nicht ansprechbare Personen werden in die stabile Seitenlage gebracht und es muss natürlich sofort ein Notarzt verständigt werden. Wichtig für Diabetiker: Sie sollten stets Traubenzucker oder andere rasch wirkende zuckerhaltige Lebensmittel bei sich haben. Außerdem sollten Diabetiker eine mögliche Blutzuckerentgleisung erkennen und über Erste-Hilfe-Maßnahmen Bescheid wissen.

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