Wie Haut und Haare altern

Makellose, glatte Haut und volles, geschmeidiges Haar – für unser Selbstbild sind Haut und Haare häufig von großer Bedeutung. Umso schwerer tun wir uns dann auch, wenn das Alter seine ersten deutlich sichtbaren Spuren darauf oder darin hinterlässt.

Für viele Menschen ist es schwierig, sich mit den ersten zarten Fältchen um den Augen oder dem plötzlich grauen Haar an den Schläfen abzufinden. Schließlich sind dies untrügliche Zeichen dafür, dass wir älter werden und somit auch ganz allmählich unsere Jugend hinter uns lassen. Bevor wir uns schließlich doch mit unserem Alter arrangieren, versuchen wir deshalb so lange wie möglich, Haut und Haare mit allerlei Tricks und Kniffen zu erhalten oder gar zu verjüngen – mit mehr oder weniger großem Erfolg.

Wie altert unsere Haut?

Die oberste der drei Hautschichten wird Oberhaut oder Epidermis genannt. Sie erneuert sich im Durchschnitt alle 27 Tage. Darunter liegt die Lederhaut mit ihren Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen. Durchzogen wird sie von einem Netz aus Collagenfasern und Elastin, die Wasser speichern und der Haut Stabilität und Elastizität verleihen. Darunter liegt schließlich das Unterhautfettgewebe, das ebenfalls Wasser speichert.

Wenn wir altern geschieht nun folgendes: Nach und nach nehmen die Kollagenfasern und die elastischen Fasern ab, sodass die Haut nicht mehr so viel Feuchtigkeit speichern kann und schrumpft. Außerdem nimmt die Zahl der Blutgefäße in der Haut ab. Die Versorgung der Haut wird schlechter, sie wird trockener und dünner. Und je dünner die Haut ist, umso durchsichtiger wird sie, sodass schließlich bläuliche Äderchen durchscheinen. Weil die Pigmentierung ebenfalls nicht mehr so gut funktioniert, bilden sich zudem Altersflecken.

Die richtige Hautpflege

Wer die Spannkraft der Haut möglichst lange erhalten möchte, sollte auf einen gesunden Lebensstil achten. Neben der ausreichenden Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen beinhaltet dieser ausreichend Schlaf und möglichst wenig Stress.

Der Verzicht auf Tabak hilft ebenfalls enorm dabei, die Spannkraft der Haut möglichst lange zu erhalten. Stattdessen kann Bewegung die Kollagenfasern straffen. Ein weiterer Risikofaktor ist die Sonne. Sie trocknet die Haut extrem aus, sodass sie an Elastizität verliert und nicht mehr so viel Wasser speichern kann. Wer nun also auch noch darauf achtet, nicht zu viel Zeit in der prallen Sonne zu verbringen, hat gute Karten, lange eine schöne Haut zu behalten.

Der Wachstumszyklus der Haare

Durchschnittlich haben wir rund 100.000 Haare auf dem Kopf. Davon verlieren wir pro Tag etwa 100 Stück. Allerdings wachsen sie auch ständig nach, und zwar etwa einen Zentimeter pro Monat. Generell durchlaufen Haare einen 3-Phasen-Wachstumszyklus, der aus der Wachstumsphase, der Übergangsphase und der Ruhephase besteht. In der Wachstumsphase, die rund sechs Jahre dauert, wächst das Haar und wird auch im Durchmesser immer dicker.

Neigt sich die Wachstumsphase dem Ende zu, beginnt die zweiwöchige Übergangsphase, in der die Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen und Sauerstoff eingestellt wird und sich die Zellteilung verlangsamt, bis sie schließlich vollständig zum Erliegen kommt. Im Anschluss an die Übergangsphase folgt die Ruhephase, in der die alte Haarwurzel abstirbt und das Haar ausfällt.

Tipps für schönes und gesundes Haar

Ebenso wie für schöne Haut ist auch für gesundes und volles Haar der Lebensstil entscheidend. Mit einer gesunden Ernährung versorgen Sie Ihre Haare mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. Insbesondere sollten Sie auf eine ausreichende Zufuhr mit Vitamin D, den B-Vitaminen sowie Eisen, Zink und Biotin achten. Zudem leiden Haare unter dem Einfluss von Stresshormonen. Wer also bemerkt, dass Stress die Haare ausdünnt, sollte ihn möglichst vermeiden – auch wenn das natürlich immer einfacher gesagt als getan ist. Für die Pflege eignen sich milde Shampoos ohne scharfe Tenside. Haarkuren und Haaröle eignen sich außerdem dafür, den durch die verringerte Talgproduktion schwächeren Schutzmantel der Kopfhaut zu revitalisieren.

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