Gefahr aus dem Unterholz

Die Zahl der Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME) Risikogebiete weitet sich zunehmend vom Süden Deutschlands nach Norden aus. Jedes Jahr veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) die Anzahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Von Jahr zu Jahr kommen neue Gebiete dazu. In einem sogenannten Risikogebiet ist die Gefahr, sich bei einem Zeckenstich mit FSME zu infizieren höher als in anderen Regionen.

Aktuell sind 178 Landkreise ausgewiesene FSME-Risikogebiete, damit sind deutschlandweit mehr als 40% aller Kreise betroffen. Dazu gehören neben Baden-Württemberg und Bayern auch Südhessen, das östliche Thüringen und Sachsen. Auch in anderen Bundesländern treten immer wieder Fälle von FSME auf, auch wenn sie (noch) nicht zu den Risikogebieten gehören.

FSME-Infektionen sind eine unberechenbare Größe, denn ihre Zahl schwankt von Jahr zu Jahr. Ihr Anstieg ist kein Grund zur Panik, aber ein Rückgang der Infektionszahlen auch kein Grund zur Entspannung. Ein Impfschutz ist deshalb unabhängig von den Fallzahlen wichtig.

FSME– nur Impfen schützt

Die Erreger der FSME gelangen nach einem Zeckenstich unmittelbar ins menschliche Blut, denn sie befinden sich in der Speicheldrüse der Zecken. Kommt es zu einer Infektion treten nach etwa 14 Tagen grippeähnliche Symptome auf, etwa Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber. Diese können bis zu einer Woche anhalten. Bei einigen Erkrankten kommt es zu einem zweiten, schweren Krankheitsschub mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit und Erbrechen. Entzündungen der Hirnhaut oder des Rückenmarks sind ebenfalls möglich.

Bei der Hälfte dieser Schwererkrankten bleiben Folgeschäden zurück, wie Lähmungen, Atem-, Schluck- oder Sprachstörungen. FSME ist nicht mit Medikamenten behandelbar oder heilbar. Nur eine Impfung bietet Schutz. Das RKI empfiehlt deshalb Erwachsenen und Kindern ab einem Jahr, die in einem Risikogebiete leben oder Pendlern und Urlaubern, die sich dort viel im Freien aufhalten oder aus beruflichen Grünen in der Natur unterwegs sind eine FSME-Impfung. Die Impfung wird von den Krankenkassen übernommen.

 

Borreliose – kein Impfschutz möglich

Eine weitere durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragbare Krankheit ist Borreliose. Im Gegensatz zur FSME gibt es jedoch keine Impfung. Allerdings gelangen die krankheitsauslösenden Bakterien erst im Verlauf des Blutsaugens − nach circa 24 Stunden – in den menschlichen Organismus. Die Erreger sitzen nicht in der Speicheldrüse, sondern im Verdauungstrakt der Zecken.

Ein frühes Zeckenentfernen kann daher eine Borreliose-Infektion verhindern. Diese äußert sich häufig in Form eines roten Flecks um die Einstichstelle („Wanderröte“), der meist schmerzlos ist und sich nach außen ausweitet. Nicht immer kommt es zu einer Erkrankung, oft wird das Immunsystem mit den Erregern fertig.

Bekommen die Bakterien die Oberhand kommt es grippeähnlichen Beschwerden, manchmal auch zu Hautveränderungen; Herzproblemen oder zu einer Erkrankung des Nervensystems. Als Spätfolgen können chronische Gelenkentzündungen auftreten. Rechtzeitig erkannt kann die Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, den Körper nach einem Aufenthalt in der Natur sorgfältig nach Zecken abzusuchen.

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