Die Ostsee – Entspannung und Erholung im Herbst

Ob Wochenendtrip oder mehrere Tage – auch und gerade in den Herbstmonaten hat die deutsche Ostseeküste viel zu bieten. Die Strände und die Naturlandschaften im Hinterland laden zu gemütlichen Spaziergängen, ausgedehnten Wanderungen oder Fahrradtouren ein. Die Luft ist frischer und klarer und der Salzgehalt in der Luft macht die Zeit am Meer besonders gesund. Das milde Reizklima regt das Immunsystem an und stärkt die Gesundheit. Die tiefer stehende Sonne sorgt für stimmungsvolle Lichtverhältnisse im Wechselspiel von Wasser, Wolken und Himmel. Das Herbstlaub entfaltet an Sonnentagen seine ganze Farbenpracht an der Ostsee.

Doch auch die etwas raueren Seiten dieser Jahreszeit haben ihren Reiz. Ein frischer bis stürmischer Wind regt die Sinne an und verwandelt Wasser, Wellen und Wolken zum eindrucksvollen Naturschauspiel. Gute Voraussetzungen zum Krafttanken und Durchatmen und für diejenigen, die den Kick beim Wind- oder Kitesurfen suchen. Entgegen mancher Vorstellungen ist das Wetter aber im Herbst überwiegend sehr schön, wobei natürlich auch warme und wasserabweisende Kleidung ins Gepäck gehört. Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter, sondern nur nur die falsche Kleidung. Falls es dann doch nicht nach draußen gehen kann oder soll, kann die Region als beliebte Reisedestination mit vielen Wellnesseinrichtungen, vielseitiger Gastronomie und kulturellen Angeboten auftrumpfen.

960 Küstenkilometer von Flensburg bis Ahlbeck
Die deutsche Ostseeküste zieht sich von Flensburg im Nordwesten bis nach Usedom an der Grenze zu Polen. Die Ferienregion gehört zu den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die längsten Küstenabschnitte bilden kaum berührte und teils geschützte Naturlandschaften mit in dieser Jahreszeit fast menschenleeren Sandstränden und Steilküsten. Unterbrochen werden diese von kleinen oder auch größeren Küstenorten. Das Spektrum ist breitgefächert, vom urigen und idyllischen Fischereihafen bis zum großzügigen und mondänen Badeort mit Promenaden und Seebrücken. Dabei hat sich die Ostseeküste ihren eigenen Charme weit entfernt vom mediterranen Massentourismus bewahrt. Lohnenswert ist hier immer auch der Blick ins Hinterland, wo es ebenfalls mit verspielten Feld-, Wald- und Wiesenlandschaften und malerischen Binnenseen viel zu entdecken gibt.

Neben der Natur hat die Region auch einige urbane Highlights zu bieten, die unbedingt einen Besuch lohnen und das Erlebnisspektrum beim Ostseeurlaub perfekt abrunden. Dazu zählen Flensburg, die traditionsreiche Hafenstadt an der dänischen Grenze, Kiel, Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt und bedeutender Fährhafen nach Skandinavien, und natürlich Lübeck, die Königin der Hanse mit den beeindruckenden Großkirchen, der idyllischen Altstadt und ihrem Seebad Travemünde. Weiter in östlicher Richtung finden sich in Mecklenburg-Vorpommern die Hansestädte Wismar in direkter Nachbarschaft zur beschaulichen Insel Poel und dem Salzhaff, die alte Hafen- und Universitätsstadt Rostock mit dem Seebad Warnemünde unweit der weitläufigen Vorpommerschen Boddenlandschaft und Stralsund, mit der eindrucksvollen Rügenbrücke, dem Eingangstor zur Insel Rügen.

Die Ostseeregion – das Eldorado für Spaziergänge, Wanderungen und Radtouren
Erholung und Wellness, Ausflüge und Sightseeing sind die eine Seite des Ostseeurlaubs. Da sich das im Sommer typische Strandleben für die meisten Besucher im Herbst eher auf Spaziergänge und geschützte Terrassen von Cafés und Restaurants an der Küste beschränken dürfte, bieten sich viele mehr oder weniger sportliche Betätigungen und Aktivitäten an, für die sich die Naturlandschaften perfekt eignen. So kommen gelegentliche wie passionierte Wanderfreunde hier voll auf ihre Kosten. Bei kurzen wie oder ausgiebigen Wanderungen an der Ostsee kann jeder die abwechslungsreiche Flora und Fauna der Region im ganz eigenen Tempo genießen. Die Wege führen an Ufern, Wiesen und Feldern entlang, überqueren Klippen, Steilufer und die eine oder andere Promenade und führen durch ebene und auch leicht hügelige Waldgegenden. Über besonders schöne Wege und den jeweiligen Schwierigkeitsgrad können sich Interessierte an ihrem Ferienort oder im Internet informieren.

Eine weitere ausgezeichnete Idee sind Radtouren, die sich allgemein immer größerer Beliebtheit erfreuen. Ob E-Bike oder reine Muskelkraft, eigenes Fahrrad oder Leihrad – die Ostseeregion bietet mit dem Ostseeküsten-Radweg rund 1.100 Kilometer gut befahrbare Radwege entlang der Küste, Abstecher ins Hinterland nicht mitgerechnet. Jede Region hat dabei ihre individuellen Teilstücke, die je nach Zeit und Ausdauer kurz oder lang befahren werden können und jede für sich ihren eigenen Reiz hat. Die Wege sind beschildert, Karten oder Navigationsapps sind aber empfehlenswert. Es geht meistens durch sanftes Hügelland oder flach direkt am Wasser entlang, weshalb es sich meistens gemütlich fahren lässt. Zur Herausforderung kann dagegen der manchmal kräftige Wind an der Küste werden, der gefühlt immer von vorne kommt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Routen fast immer fern von Landstraßen verlaufen, dafür gibt es dann aber Untergründe von verschiedener Beschaffenheit, sodass stabile Tourenräder oder Mountainbikes empfehlenswert sind. Auch hier lohnt sich die Vorabinformation vor Ort oder online.

Die Ostsee ist immer gut für eine kleine oder große Auszeit vom Alltag
Und dann wäre da noch ein Tipp für den Strandspaziergang. Mit etwas Glück finden Muschel-, Steine- und Strandgutsammler vielleicht auch etwas vom Gold des Meeres: dem Bernstein. Das fossile Harz wird besonders im Herbst und Winter bei kaltem Meerwasser in kleinen hellbraunen Bröckchen an den Strand gespült.

Was auch immer das Ziel der kleinen oder großen Auszeit an der Ostsee ist, im Herbst wirken die Strände weiter, die Luft klarer, die Natur bunter und die Restaurants und Cafés gemütlicher. Hier kann man sich bestens ausruhen oder durchpusten lassen, sich mit Wellness regenerieren oder beim Wandern, Radfahren, Golfen oder Surfen aktiv werden, und das in jedem Alter. Und übrigens: Der Oktober hat an der Ostsee sogar weniger Regentage als der Juli.

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