Gute Nacht!

Wenn Kinder quengelig, überdreht oder auch unaufmerksam sind, kann auch Müdigkeit dahinterstecken. Aber wie viel Schlaf braucht eigentlich ein Kind?

Ein Neugeborenes kennt noch keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Es schläft über 24 Stunden verteilt meist fünf- bis sechsmal, jeweils um die vier Stunden. Sind Babys ein Jahr alt, haben sie oft nur noch drei Schlafphasen: eine längere Nachtschlafphase von rund zwölf Stunden (inklusive möglicher kurzer Unterbrechungen) und noch zwei kürzere Schlafperioden tagsüber. Mit 18 Monaten schlafen fast alle nur noch einmal am Tag, meist zu Mittag, und Zweijährige verzichten manchmal schon ganz auf einen Mittagsschlaf.
Je älter Kinder werden, desto weniger Schlaf brauchen sie – wie viel weniger, das ist von Kind zu Kind verschieden. Im Durchschnitt brauchen Zweijährige 12 bis 13 Stunden Schlaf, Drei- bis Vierjährige nur noch 11 bis 12 Stunden. Die holen sie sich dann meist auch nicht mehr mittags, sondern nur noch in der Nacht.

Erfüllter Tag, ruhige Nacht

Kleinkinder haben ein besonders starkes Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Ein Kind, das tagsüber die Erfahrung macht, dass es sich auf die Nähe und den Schutz der Eltern verlassen kann und gleichzeitig – ohne Drängen – dazu ermuntert und ermutigt wird, Neues zu entdecken, entwickelt allmählich Eigenständigkeit und Selbstvertrauen. Beide sind eine gute Grundlage für den nächtlichen Schlaf. Denn sie helfen dem Kleinen, sich auch in der Nacht weniger schnell verlassen zu fühlen und eigenständig wieder einzuschlafen. Natürlich können auch Kinder, die tagsüber schon sehr eigenständig sind, am Abend und in der Nacht besonders anhänglich sein. Ihnen und allen anderen Kleinen tut es gut, wenn ihnen die Eltern vor dem Schlafengehen noch einmal ganz intensiv Geborgenheit schenken.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt einige Tipps, wie Eltern ihren Kleinen das Einschlafen erleichtern können:

● Bewegung, frische Luft und auch geistige Anregung am Tag sorgen für eine wohlige Müdigkeit am Abend.
● Anregende Getränke wie Eistee oder Cola sollten nachmittags und abends tabu sein.
● Vermeiden Sie schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen und achten Sie darauf, dass zwischen Abendessen und Zubettgehen noch eine gute Stunde Zeit liegt.
● Lassen Sie den Tag ruhig ausklingen. In der letzten Stunde vor dem Zubettgehen sind toben und erst recht Bildschirmmedien fehl am Platz. Stattdessen bringt ein regelmäßiges Einschlafritual, am besten mit Singen oder Vorlesen, Ruhe und Innigkeit.
● Haben Sie ein offenes Ohr für das, was Ihr Kind auf dem Herzen hat. Lassen Sie sich abends die Erlebnisse des Tages erzählen. Belastende Gespräche sollten allerdings besser auf den Tag verlegt werden.
● Regelmäßige Zubettgehzeiten schaffen Gewohnheiten und wirken Feilschereien entgegen.
● Kuscheltiere, Schnuffel- oder Schlaftuch sind ein gern beschmuster „Elternersatz“ für Kinder und sollten immer griffbereit sein.
● Die Temperatur im Schlafzimmer sollte bei maximal 16°C liegen, wenn möglich bei gekipptem Fenster.
● Last but not least: Ein Kind sollte niemals zur Strafe ins Bett geschickt werden! Schließlich soll das Bett ein behaglicher, entspannender Ort sein.

Copyright der Grafik/des Fotos: Victoria Thompson – stock.adobe.com #622507935