Im Winter in die Berge!

Manchmal gibt es nur zwei echte Möglichkeiten: Pizza oder Pasta, Lerche oder Uhu, FC Bayern oder BVB Dortmund. In der Welt des Urlaubs gibt es ebenfalls ein solches binäres System, aus dem jedes Jahr tausende Urlauber wählen: Berge oder Meer. Zur Haupturlaubszeit im Sommer ist tendenziell das Meer beliebter. Im Winter sieht es dagegen genau umgekehrt aus.

Wer will schon bei eisigem Wind auf bleiern graue Wogen hinausblicken, in denen hin und wieder eine Sturmmöwe versinkt. Dagegen locken die winterlichen Berge mit allerlei Abwechslung, vielen Herausforderungen und jeder Menge Spaß! Glitzernde Schneedecken auf sonnenbeschienenen Berghängen, vom Frost umklammerte Tannen aus denen pulveriger Schnee rieselt, die Nebelwölkchen des eigenen Atems, die in der kristallklaren Luft vergehen: Ein Winterurlaub in den Bergen ist viel mehr als bloß Piste und Après-Ski.

Natur- und Kulturliebhaber kommen dort mittlerweile genauso auf ihre Kosten wie Aktivurlauber. Und das Beste daran: Sie müssen dafür noch nicht einmal bis ganz in den Süden in die Alpen fahren. Schon die Mittelgebirge mit ihren maximal 1.500 Metern Höhe bieten die ganze Palette an Winterurlaubserlebnissen.

Zahlreiche Gebiete locken mit ihren regionalen Eigenheiten

Wer jetzt etwas ratlos über digitale Karten wischt und nicht so genau weiß, wo es denn nun hingehen soll, kann sich zunächst an den Nationalparks orientieren. Von den 16 deutschen Nationalparks liegen nämlich sieben in den Mittelgebirgen: der Nationalpark Bayerischer Wald, Nationalpark Eifel, Nationalpark Hainich, Nationalpark Harz, Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nationalpark Sächsische Schweiz.

Hinzu kommen noch die Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, Kyffhäuser und Südharz sowie die Biosphärengebiete bzw. Reservate Schwäbische Alb, Schwarzwald, Karstlandschaft Südharz, Pfälzerwald-Nordvogesen, Rhön Hessen, Rhön Thüringen und Thüringer Wald. Es ist also keine wirkliche Übertreibung, wenn man sagt, der Urlaub beginnt hinter der Haustür. Nur eines sollte man beachten: Je geschützter ein Gebiet, umso mehr Reglementierungen muss man bei der Nutzung beachten. Das gilt insbesondere für die Nationalparks, in denen der Naturschutz oberste Priorität hat.

Eine Winterwanderung ist perfekt für Naturliebhaber im Kurzurlaub

Empfehlenswert ist vor allem eine Winterwanderung. Die kann man auch nahezu überall unternehmen. In den Mittelgebirgen finden vor allem Anfänger und ältere Menschen zahlreiche geeignete Wanderwege, die nicht allzu herausfordernd sind. Ein großes Plus haben Winterwanderungen in den Mittelgebirgen außerdem noch: Nicht nur sind die Wege in den meisten Fällen bestens ausgeschildert, gewalzt und planiert. Zudem gibt es meist die Möglichkeit, irgendwo einzukehren, um sich kurz zu stärken oder zu erleichtern. Außerdem gibt es vielerorts geführte Touren, bei denen man nicht nur die Natur genießen kann, sondern nebenbei auch noch allerlei Spannendes über sie erfährt.

Auch im Urlaub sollte man den Kopf eingeschaltet lassen

Dennoch sollte man natürlich einige Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigen, damit der Trip in die Natur auch stets entspannt bleibt. Was Sie bei Ihrem Urlaub beachten sollten, können Sie zum Beispiel bei örtlichen Vereinen oder der Bergwacht erfragen. Denn Winter in den Bergen ist nicht einfach bloß Sommer in Weiß. Wer allerdings schon geübt ist und auch anspruchsvolle Routen mit vielen Höhenmetern bewältigen kann, der sollte ins Allgäu fahren.

Dort locken etliche Gipfel über 1.500 Metern, die bezwungen werden wollen. Die richtige Vorbereitung und die Einhaltung bestimmter Regeln sind hier natürlich von noch größerer Bedeutung als in den Mittelgebirgen!

Die Palette an Angeboten ist nahezu unerschöpflich

Natürlich gehört zum Winterurlaub für viele Menschen die Fortbewegung auf einem oder mehreren Brettern dazu! Sei es nun der immer beliebter werdende Skilanglauf, die rasante Abfahrt auf Skiern oder dem Snowboard, oder die Schlittenfahrt mit dem quietschenden Nachwuchs auf dem Schoß – ein Gefälle samt Schnee ist eine Einladung, die nur wenige ausschlagen können. Daneben locken aber auch eher unbekannte Aktivitäten wie zum Beispiel das Snowbiken, also die Abfahrt auf einem mit Spikes versehenen Fahrrad, oder ein Gleitschirmflug über das Winterwunderland.

Eine wunderbare Möglichkeit, einen solchen Wintertag voller Aktivitäten abzurunden, ist eine kleine Wellness-Einlage. So gibt es in vielen Winterurlaubsgebieten spezielle Wellness-Einrichtungen, in denen man trotz allergrößter Gemütlichkeit das Gefühl haben könnte, man habe die Natur nie verlassen. Und das klingt doch eigentlich nach einem ziemlich guten Konzept für einen Winterurlaub in den Bergen!

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