Mit Hörgeräten durch die kalte Jahreszeit!

Gutes Hören gilt für alle Jahreszeiten. Aber wechselnde Witterungsbedingungen bedeuten auch unterschiedliche Herausforderungen für die Ohren und für die Hörgerätetechnik. Beide wollen warm gehalten und vor Feuchtigkeit geschützt werden. Die Ohren zum Schutz gegen Unterkühlung und Infektionen, die Hörgeräte zur Vermeidung von Kondenswasser und nachlassender Energie bei Batterien oder Akkus durch die Kälte.

Eine besondere Herausforderung an Mensch und Technik stellen große Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen in der kalten Jahreszeit. Brillenträger kennen die beschlagenen Gläser, wenn sie aus der Kälte ins Warme kommen. Das gilt auch für Hörgeräte, die zwar äußerlich meist schnell trocknen, jedoch kann sich auch im Inneren Feuchtigkeit bilden, die für die filigrane Elektronik schädlich ist. Deshalb empfehlen Hörakustiker, die Hörhilfen besonders in den Wintermonaten regelmäßig in spezielle Trocknungsstationen oder Trockenboxen zu legen, wenn sie nicht getragen werden. Hörgeräte deswegen nicht zu nutzen ist keine Option, weil regelmäßiges Tragen den nachhaltigen Hörerfolg maßgeblich fördert.

Wärme und Feuchtigkeitsschutz sind gut für Ohren und Hörgeräte

Weiterhin ist zu beachten, dass die Leistungsfähigkeit von Akkus und Batterien nachlässt, je kälter die Umgebung ist. Vorausschauende Hörsystemnutzer haben deshalb stets Ersatzbatterien oder die Ladestation mit dabei. Auch das Anwärmen der Energieträger in der Hand oder in der Jackentasche steigert die Leistung. Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte bieten natürlich auch Mütze, Kapuze oder Ohrenschützer. Die haben aber auch eine schalldämmende Wirkung, wodurch sich die Klangeigenschaften der Hörgeräte verändern. Dieser Effekt kann durch entsprechende Einstellungen der Hörprogramme ausgeglichen oder durch das Freilassen der Mikrofone vermieden werden.

Bei Beachtung dieser Hinweise sind Kälte, Eis und Schnee für Hörsysteme grundsätzlich kein Problem. In der kalten Jahreszeit wird gutes Hören sogar besonders wichtig. Wenn im trüben Herbst- und Winterwetter unsere Augen nicht mehr den vollen Durchblick haben, dann kommt es verstärkt auf die Ohren an. Das gilt für die sichere Orientierung im Straßenverkehr und das rechtzeitige Erkennen von Gefahrenquellen. Ungünstige Witterungsbedingungen stellen dabei nicht nur die Sinne auf die Probe, sie führen außerdem zu längeren Bremswegen bei Fahrzeugen und erhöhen das Sturzrisiko.

Die Sicherheit ist in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig

Herannahende Autos, Fahrräder oder Elektroroller, aber auch Alarmsignale wie Hupe, Klingel oder Martinshorn müssen zuverlässig gehört und räumlich zugeordnet werden, damit man auch unter unübersichtlichen Bedingungen sicher und angemessen reagiert. Hinzu kommt, dass Menschen sich von vornherein sicherer und souveräner im Straßenverkehr und in Gesellschaft bewegen, wenn sie sich auf ihre Sinne verlassen können. Fühlt man sich in bestimmten Situationen eher unwohl und geht ihnen sogar lieber aus dem Weg, können das Indizien für ein nachlassendes Hörvermögen sein, obwohl man selbst den Eindruck hat, noch alles zu hören. Ein Hörtest beim Hörakustiker schafft in allen Fällen Klarheit.

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