Festtagsessen: Bewusst genießen und gelassen bleiben

Zu einem besonderen Fest gehört in der Regel auch ein besonderes Essen. Dabei kann es schon mal sein, dass ein Leckerbissen etwas fetter und süßer ist, als es Ernährungsexperten empfehlen würden. Zur Beruhigung: Das ist – über die Feiertage und in Maßen genossen – halb so wild. Aber „fett und süß“ ist sowieso nicht die einzige Art, den Geschmack zu verwöhnen.

Gutes Essen zählt für die meisten Menschen zu den Höhepunkten, die die (Vor)Weihnachtszeit zu bieten hat. Aber zu einem gelungenen Festmahl tragen nicht nur die kulinarischen Köstlichkeiten selbst bei, sondern auch das ganze „Drumherum“. Wer sich voll und ganz auf die Stimmung und das Miteinander während der Festtage – und beim Essen – einlässt, macht es für alle schöner. Denn eine zugewandte Atmosphäre trägt dazu bei, dass alle bewusster genießen können. „Die Kunst liegt darin, in jedem Moment präsent zu sein und die Aufmerksamkeit ganz auf die Gegenwart zu richten“, rät beispielsweise die Buchautorin Christa Spannbauer (24 Tage Achtsamkeit. Impulse für eine etwas andere Adventszeit).  „Nehmen Sie sich Zeit, die schönen Dinge um Sie herum wirklich zu sehen und zu genießen. Vielleicht ist es die prächtige Weihnachtsdekoration oder der Duft gebackener Plätzchen in der Luft.“ Oder auch die intensiven Gespräche mit Freunden oder Familie, zu denen man im Alltag selten kommt – einander mit Interesse zuhören ist mindestens genauso wichtig wie miteinander ein schmackhaftes Menü zu teilen. Von dieser Warte aus betrachtet, ist Zeit eigentlich die wichtigste Zutat zu einem gelungenen Weihnachtmenü – mitzubringen von jeder und jedem einzelnen.

Apropos Menü. Da es Vegetarier und Veganer, Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien oder auch mit Diabetes gibt und noch viel mehr, sollte hier die Devise lauten: Gelassen bleiben. Es muss nicht jeder alles essen. Es sollte nur niemand leer ausgehen. Am besten funktioniert das, wenn das Festtagsessen als Buffet kredenzt wird, also in Form verschiedener Speisen, aus denen sich alle ihre Favoriten heraussuchen können. Das hat darüber hinaus den Vorteil, dass alle Gäste (und nicht nur die Gastgeber) sich an der Vorbereitung beteiligen und damit den Aufwand auf verschiedene Schultern verteilen können.

Kein Stress durch Alkohol

Auch in Sachen Getränke ist Vielfalt hilfreich: Alkohol sollte nur in Maßen und immer mit alkoholfreien Alternativen zusammen serviert werden. Wie wäre es z.B. statt Glühwein mit einem heißen Punsch aus Apfelsaft? Der duftet und schmeckt genauso weihnachtlich nach Zimt, Nelken und Kardamom. Das traditionelle Anstoßen wiederum ist mit einem alkoholfreien Cocktail genauso vergnüglich wie mit Sekt. Ganz zu schweigen vom so genannten Verdauungsschnaps, der zwar wirklich die Magenmuskulatur und damit das Völlegefühl lockert. Das tun aber auch Tees mit Pfefferminze, Ingwer, Kümmel, Oregano oder Fenchel – und schonen dabei die Leber.

Weniger Alkohol tut dabei oft genug nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Stimmung gut: Menschen im angetrunkenen Zustand neigen nämlich dazu, Dinge zu sagen, die einen Familienstreit auslösen können und die sie später bereuen. Wenn die ungewohnte Nähe für Körper und Psyche anstrengend wird, kann auch ein kleiner Winterspaziergang Wunder wirken.

Fazit: Gutes Essen ist ein wesentlicher Bestandteil der Dezemberfeiertage, und das ist auch gut so. Aber am wichtigsten ist die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden – ihnen beim Festmahl nahe zu sein, ist wichtiger als jedes Menü.

Hierzu ein Rezept. Dieses wurde uns freundlicherweise von der bekannten Foodbloggerin Shiba zur Verfügung gestellt (www.shibaskitchen.de).

Vanillekipferl

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