Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr bildet. In Deutschland leben laut diabinfo.de rund 341.000 Erwachsene und etwa 35.000 Kinder und Jugendliche damit.
Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung: Das eigene Immunsystem zerstört die insulinbildenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse. Dadurch fehlt dem Körper Insulin, der Zucker bleibt im Blut, und Betroffene müssen das Hormon lebenslang von außen zuführen. Mit dem Lebensstil hat diese Form, anders als Typ 2, nichts zu tun.
Was ist Diabetes Typ 1?
Diabetes Typ 1 ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein oder nur noch sehr wenig Insulin herstellt. Insulin wirkt laut diabinfo.de wie ein Schlüssel: Es öffnet die Körperzellen für den Zucker aus der Nahrung, damit sie ihn in Energie umwandeln können. Fehlt es, steigt der Blutzuckerspiegel, während die Zellen leer ausgehen.
Die Zerstörung der Betazellen dauert Monate bis Jahre. Antikörper gegen Bestandteile der Betazellen sind oft schon Jahre vor dem Ausbruch im Blut nachweisbar. Der Nüchternblutzucker steigt laut diabinfo.de erst an, wenn etwa 80 Prozent der Betazellen zerstört sind. Deshalb fällt die Erkrankung bei Routineuntersuchungen meist erst spät auf und zeigt sich dann innerhalb kurzer Zeit mit deutlichen Beschwerden.
Welche Symptome zeigen Typ-1-Diabetes?
Die Beschwerden entwickeln sich laut diabinfo.de oft innerhalb weniger Wochen oder sogar Tage. Vier Zeichen gelten als klassisch: starker Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsabnahme und ausgeprägte Müdigkeit. Wer sie bei sich oder seinem Kind bemerkt, sollte zügig ärztlichen Rat einholen.
Symptom
Erklärung
Starker Durst
Der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden und verliert dabei viel Flüssigkeit
Häufiges Wasserlassen
Folge der Zuckerausscheidung über den Urin, bei Kindern auch als nächtliches Einnässen
Gewichtsabnahme
Ohne Insulin gelangt der Zucker nicht in die Zellen, der Körper greift Reserven an
Müdigkeit und Muskelschwäche
Die Zellen bekommen trotz hoher Blutzuckerwerte keine Energie
Sehstörungen
Hohe Zuckerwerte beeinträchtigen vorübergehend das Sehen
Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
Mögliche Zeichen einer beginnenden Stoffwechselentgleisung
Wird der Insulinmangel nicht rechtzeitig erkannt, droht eine diabetische Ketoazidose. Anzeichen sind laut diabinfo.de Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, eine vertiefte Atmung, süßlich oder übel riechender Atem und eine Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit. Das ist ein Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.
Was sind die Ursachen von Diabetes Typ 1?
Die Ursache ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems, das die Betazellen angreift. Warum das geschieht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Zu viel Zucker zu essen löst Typ 1 laut diabinfo.de nicht aus.
Eine Rolle spielt die Veranlagung: Hat Mutter, Vater, Bruder oder Schwester Typ-1-Diabetes, erkranken laut diabinfo.de 10 von 100 Personen. Bei einer betroffenen Mutter sind es 3 von 100 Kindern, bei einem betroffenen Vater 5 von 100, bei zwei nahen Verwandten 25 von 100. In der allgemeinen Bevölkerung erkranken 3 bis 4 von 1.000 Personen. Bei 90 von 100 neu erkrankten Kindern kommt die Erkrankung in der Verwandtschaft bisher aber gar nicht vor. Als mögliche Auslöser werden Umwelteinflüsse in der frühen Kindheit vermutet, etwa Virusinfektionen in den ersten Lebensjahren.
Wie häufig ist Typ 1 in Deutschland?
In Deutschland leben laut diabinfo.de aktuell ungefähr 341.000 Erwachsene und etwa 35.000 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Jedes Jahr erhalten rund 3.700 Kinder und Jugendliche die Diagnose, Jungen häufiger als Mädchen. Von allen Diabetesformen macht Typ 1 ungefähr 6 Prozent aus, rund 93 Prozent entfallen auf Typ 2.
Die Diabetes-Surveillance des Robert Koch-Instituts beziffert die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 17 Jahren für das Jahr 2022 auf 34.567, das entspricht 243 je 100.000. Von 2014 bis 2022 ist die Häufigkeit bei Jungen bedeutsam gestiegen. Die Erkrankung tritt meist bei Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren auf, kann aber in jedem Alter beginnen.
Was ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2?
Bei Typ 1 fehlt Insulin, bei Typ 2 wirkt es nicht mehr richtig. Typ 2 entsteht laut diabinfo.de, weil die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren (Insulinresistenz) und die Betazellen mit der Zeit zu wenig davon ausschütten. Neben einer erblichen Veranlagung begünstigen Übergewicht, Bewegungsmangel und kalorienreiche Ernährung die Entstehung.
Typ 1
Typ 2
Ursache
Autoimmunreaktion, Betazellen werden zerstört, absoluter Insulinmangel
Insulinresistenz, Insulin wirkt nicht ausreichend, später nachlassende Produktion
Beginn
Innerhalb von Tagen bis Wochen mit deutlichen Beschwerden
Schleichend über Jahre, oft Zufallsbefund
Alter
Meist Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren, jedes Alter möglich
Meist im höheren Alter, zunehmend auch jüngere Menschen
Körpergewicht
Gewichtsabnahme als typisches Symptom
Übergewicht ist ein wichtiger Risikofaktor
Behandlung
Insulin von Anfang an und lebenslang
Zunächst Lebensstil, dann Tabletten, bei Bedarf Insulin
Zur Unterscheidung bestimmt die Praxis neben Blutzucker und Langzeitwert HbA1c auch Antikörper im Blut: Ab 2 nachweisbaren Autoantikörpern gilt laut diabinfo.de die Diagnose Typ 1 als gesichert.
Wie wird Typ 1 bei Kindern erkannt?
Typ-1-Diabetes ist laut diabinfo.de die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Eltern fallen meist die vier klassischen Zeichen auf: Das Kind trinkt ständig, muss oft zur Toilette oder nässt nachts wieder ein, nimmt ab und wirkt kraftlos. Weitere Hinweise sind Übelkeit, Erbrechen, häufige Harnwegsinfekte und Leistungsabfall. Bei Säuglingen sollten schnelle Atmung, Schläfrigkeit, Erbrechen, Durchfall und Flüssigkeitsmangel ernst genommen werden.
Die Diagnose ist einfach: Ein Blutzuckerwert über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) gilt laut diabinfo.de als Hinweis auf Diabetes, ein HbA1c von 6,5 Prozent (48 mmol/mol) oder mehr ebenfalls. Ein Antikörpertest bestätigt den Typ 1. Für Familien mit betroffenen Angehörigen gibt es Früherkennungsstudien, die Autoantikörper schon vor den ersten Beschwerden nachweisen.
Wie sieht die Behandlung aus?
Die Behandlung ersetzt das fehlende Insulin. Betroffene spritzen es mit einem Insulinpen oder tragen eine Insulinpumpe, ein kleines Gerät, das fortlaufend Insulin abgibt. Vor jeder Mahlzeit wird die Kohlenhydratmenge abgeschätzt und daraus die Insulindosis berechnet. Dazu kommt ein Basalinsulin für den Grundbedarf.
Den Zucker messen heute nur noch wenige Betroffene per Fingerstich. Üblich ist laut diabinfo.de ein Sensor am Körper, der den Gewebezucker laufend misst. Hybride Closed-Loop-Systeme verbinden Sensor und Pumpe und dosieren das Insulin über einen Algorithmus teilweise automatisch. Ziel ist ein Blutzucker meist zwischen 70 und 180 mg/dl (3,9 bis 10,0 mmol/l). Weil kleine Fehler zu Unter- oder Überzuckerungen führen können, gehört eine strukturierte Schulung fest zur Therapie.
Ist Typ-1-Diabetes heilbar?
Nein. Typ-1-Diabetes kann laut diabinfo.de und gesundheitsinformation.de bislang nicht geheilt werden, Insulin bleibt die einzige wirksame Therapie. Die Behandlung ist aber durch neue Insuline und Technik deutlich einfacher geworden. Ein Koma durch extreme Überzuckerung ist laut gesundheitsinformation.de heute sehr selten; vor der Entwicklung der Insulintherapie im Jahr 1922 führte die Erkrankung unweigerlich zum Tod. Forschung zu Vorbeugung, Früherkennung und Zelltransplantation läuft.
Wie lebt man gut mit Typ 1?
Eine spezielle Diabetes-Diät brauchen Menschen mit Typ 1 laut diabinfo.de nicht. Empfohlen wird eine ausgewogene Mischkost, bei der die Kohlenhydrate geschätzt und mit Insulin abgedeckt werden. Auch die Mittelmeerkost nennt diabinfo.de als mögliche Option; was sie leisten kann, lesen Sie im Beitrag zur Mittelmeerdiät bei Diabetes. Ausreichend zu trinken hilft dem Stoffwechsel, Richtwerte dazu finden Sie unter wie viel Wasser am Tag sinnvoll ist.
Sport ist ausdrücklich erwünscht: Menschen mit Typ 1 können laut diabinfo.de alle Sportarten ausüben, wenn sie ihre Werte überwachen. Vor dem Start sollte der Blutzucker über 90 mg/dl (5,0 mmol/l) und unter 270 mg/dl (15 mmol/l) liegen, Unterzuckerungen sind bis zu 24 Stunden nach dem Training möglich. Auf Reisen gehören Insulin, Messgerät und Zubehör ins Handgepäck, dazu eine ärztliche Bescheinigung, und diabinfo.de rät, die doppelte Menge des Urlaubsbedarfs mitzunehmen. Was am Steuer gilt, erklärt der Beitrag zum Autofahren mit Diabetes.
Wann zur Apotheke oder in die Praxis?
Bei starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Gewichtsverlust oder auffälliger Müdigkeit sollten Sie nicht abwarten, sondern zeitnah die Arztpraxis aufsuchen, bei Kindern die Kinderarztpraxis. Vertiefte Atmung, Erbrechen oder Benommenheit sind ein Notfall. Die Apotheke berät zu Messgeräten, Insulinlagerung und zum Umgang mit Unterzuckerungen. Weitere Beiträge finden Sie im Diabetes Kurier.
Mit Diabetes Auto fahren ist in der Regel erlaubt: Die Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft empfiehlt vor jeder Fahrt einen Glukosewert von mindestens 90 mg/dl und bei Anzeichen einer Unterzuckerung sofort anzuhalten.
Die Mittelmeerdiät gilt laut Deutscher Diabetes Gesellschaft als geeignete Ernährung bei Diabetes Typ 2: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Nüsse und Olivenöl, Fisch 1- bis 2-mal pro Woche, rotes Fleisch und Süßes selten.
Bath in England ist seit 1987 als ganze Stadt UNESCO-Welterbe und einer der wenigen Orte Großbritanniens, an denen man in natürlichem heißen Quellwasser baden kann. Roman Baths, Royal Crescent und Thermalbad liegen zu Fuß beieinander.