Ab UV-Index 3 braucht die Haut Schutz: Schatten in den Mittagsstunden, Kleidung, Hut, Sonnenbrille und für unbedeckte Haut Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, so das Bundesamt für Strahlenschutz.
Sonnenschutz beginnt nicht mit der Creme, sondern mit dem Blick auf den UV-Index. Ab einem Wert von 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), in den Mittagsstunden Schatten aufzusuchen, Kleidung, Hut und Sonnenbrille zu tragen und unbedeckte Haut mit Sonnencreme von mindestens Lichtschutzfaktor 30 zu schützen. Im deutschen Sommer liegt der UV-Index meist bei 8 bis 9.
Was bedeutet der Lichtschutzfaktor beim Sonnenschutz?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um wie viel länger die Haut mit Creme in der Sonne bleiben kann, bis ein Sonnenbrand droht, verglichen mit ungeschützter Haut. Das BfS rechnet so: Eigenschutzzeit der Haut mal Lichtschutzfaktor ergibt die theoretische Schutzdauer, zum Beispiel 10 Minuten mal LSF 30 gleich 300 Minuten. Diese Zeit sollte man höchstens zu 60 Prozent ausschöpfen, denn die Rechnung gilt nur bei korrekter Menge und ohne Abrieb durch Schwitzen oder Handtuch.
Für den Alltag empfiehlt das BfS mindestens LSF 30. In großen Höhen, auf Schnee, am und im Wasser sowie in sonnenreichen Regionen sollte es LSF 50+ sein. Dasselbe gilt für Kinder, UV-empfindliche Menschen und die hellen Hauttypen I und II. Wichtig ist außerdem, dass das Produkt sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlung filtert; der UV-A-Schutz ist auf der Packung gesondert gekennzeichnet.
Welcher Schutz wann nötig ist, zeigt die Tabelle des BfS zum UV-Index:
UV-Index
Belastung
Schutzmaßnahmen laut BfS
1 bis 2
niedrig
Normalerweise keine Schutzmaßnahmen erforderlich
3 bis 5
mittel
Schutz erforderlich: mittags Schatten, Kleidung, Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme auf unbedeckter Haut
6 bis 7
hoch
Schutz erforderlich, Maßnahmen wie bei 3 bis 5 konsequent anwenden
Schutz absolut notwendig, Maßnahmen wie bei 8 bis 10
Schnee, Wasser, helle Fassaden, Asphalt und Sand reflektieren die Strahlung, die tatsächliche Belastung kann dann über dem angegebenen Wert liegen. In den Hochlagen der süddeutschen Gebirge sind im Sommer Werte bis 11 möglich.
Wie trägt man Sonnencreme richtig auf?
Großzügig, früh genug und regelmäßig. Der Lichtschutzfaktor gilt laut BfS nur bei 2 Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut, das sind für den ganzen Körper eines Erwachsenen etwa 4 gehäufte Esslöffel. Wer nur die halbe Menge nimmt, senkt den Schutz um etwa zwei Drittel. Eine 200-Milliliter-Flasche sollte deshalb nach rund 5 Ganzkörper-Anwendungen leer sein.
Aufgetragen wird 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne, auch bei wasserfesten Produkten vor dem Baden, damit die Creme einziehen kann. Nachcremen ist mindestens alle 2 Stunden nötig und immer nach dem Baden und Abtrocknen. Dabei gilt eine Regel, die viele überrascht: Nachcremen erhält die Schutzwirkung, verlängert sie aber nicht. Wer die Schutzdauer ausgereizt hat, geht in den Schatten oder zieht etwas über. Gern vergessene Stellen sind Ohren, Nacken, Fußrücken und Scheitel. Der Hut sollte laut BfS Ohren und Nacken mitbedecken, die Sonnenbrille vollen UV-Schutz (UV 400) bieten und seitlich abschirmen.
Zwei Hinweise aus den BfS-Tipps: Kosmetika, Deodorants und Parfüm haben in der Sonne nichts auf der Haut verloren, weil sie bleibende Pigmentveränderungen auslösen können. Und wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte in der Apotheke oder Praxis fragen, ob diese die Haut lichtempfindlich machen.
Was tun bei Sonnenbrand?
Ein Sonnenbrand ist eine Entzündung der Haut durch UV-Strahlung, mit Rötung, Schwellung und in schweren Fällen Blasen. Die Beschwerden erreichen laut BfS ihren Höhepunkt etwa 12 bis 36 Stunden nach dem Sonnenbad; wer abends nur leicht rosig ist, kann am nächsten Morgen deutlich mehr spüren. Sofort raus aus der Sonne und die Haut in den nächsten Tagen bedeckt halten.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt kühle, aber nicht eiskalte feuchte Umschläge, mehrmals täglich, etwa mit Wasser, abgekühltem Kräutertee, Joghurt oder Quark. Gefrorenes gehört nicht auf die Haut, ebenso wenig Puder, Mehl, Fettsalben oder Öl. Kühlende Lotionen oder Gele aus der Apotheke lindern das Spannen. Viel trinken, denn die entzündete Haut verliert Flüssigkeit; welche Menge der Körper an heißen Tagen braucht, lesen Sie unter wie viel Wasser am Tag. Blasen niemals öffnen. Nach 2 bis 3 Tagen schält sich die Haut; sie sollte dann feucht gehalten und nicht abgezogen werden.
In die Praxis gehört ein Sonnenbrand mit Blasen, Fieber, Übelkeit oder Kreislaufproblemen, bei Säuglingen immer. Jeder Sonnenbrand zählt: Häufige Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen laut BfS das Risiko für ein Melanom um das Zwei- bis Dreifache.
Was ist eine Sonnenallergie?
„Sonnenallergie" ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hautreaktionen auf UV-Strahlung, keine Allergie im eigentlichen Sinn. Die häufigste Form ist die polymorphe Lichtdermatose: Nach den ersten intensiven Sonnentagen, vor allem durch UV-A, zeigen sich fleckige Rötungen, Bläschen und Knötchen mit starkem Juckreiz, meist an Hals, Dekolleté, Oberarmen, Handrücken und Oberschenkeln. Eine Sonderform ist die sogenannte Mallorca-Akne, bei der UV-Strahlung mit Fetten aus Sonnenschutzmitteln oder dem eigenen Hauttalg zusammenwirkt.
Vorbeugen lässt sich mit dem, was das BfS ohnehin rät: sonnenentwöhnte Haut langsam an die Sonne gewöhnen, in den ersten Tagen lieber im Schatten bleiben, Sonnencreme mit gekennzeichnetem UV-A-Schutz wählen. Wer zur Mallorca-Akne neigt, fragt in der Apotheke nach fettfreien Produkten. Davon abzugrenzen sind fototoxische Reaktionen: Bestimmte Medikamente, pflanzliche Mittel, Kosmetika und Pflanzensäfte (etwa von Zitrusfrüchten, Sellerie oder Bärenklau) machen die Haut lichtempfindlich, bis hin zu Rötungen mit brennenden Schmerzen. Wer solche Reaktionen bemerkt, lässt in der Apotheke oder Praxis prüfen, ob ein Arzneimittel die Ursache ist. Hält ein Ausschlag länger an, nässt er oder kommen Fieber und Krankheitsgefühl dazu, gehört er in ärztliche Hände.
Welche Hautpflege braucht die Haut im Sommer?
Weniger, aber gezielt. Sonne, Chlor- und Salzwasser und häufiges Duschen trocknen die Haut aus; eine leichte Feuchtigkeitspflege nach dem Duschen hilft, lauwarmes statt heißes Wasser ebenfalls. Weil Kosmetika in der Sonne Pigmentflecken begünstigen können, gilt: Pflege abends, Sonnencreme morgens.
Bei Hitze kommt der Hitzeausschlag dazu: kleine rote Pickel oder Bläschen an Hals, oberem Brustbereich und in Hautfalten. Das IQWiG rät, Schwitzen zu vermeiden, die Haut trocken zu halten und nicht zu kratzen. Luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen unterstützt die Wärmeabgabe. Wer bei Hitze zusätzlich mit Schwindel oder Schwäche kämpft, findet unter Kreislaufprobleme bei Hitze die Warnzeichen. Für den Urlaub gehören Sonnencreme, eine kühlende Pflege nach dem Sonnenbad und ein Mittel gegen Juckreiz auf die Reiseapotheke-Checkliste.
Wann zur Hautkrebsvorsorge?
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle 2 Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening, durchgeführt von Hausärztinnen, Hausärzten oder Hautärzten mit spezieller Fortbildung. Untersucht wird die gesamte Haut einschließlich Kopfhaut, Hautfalten und sichtbarer Schleimhäute, bei Bedarf mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop), dessen Kosten die Kasse ebenfalls trägt. Die Untersuchung darf nicht als Selbstzahlerleistung abgerechnet werden; Privatversicherte fragen bei ihrer Versicherung nach. Praktisch: vor dem Termin auf Nagellack, Make-up und Schmuck verzichten.
Warum das wichtig ist: Laut BfS verdoppelt sich die Zahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland alle 10 bis 15 Jahre. Zwischen den Terminen hilft die ABCDE-Regel der Deutschen Krebshilfe beim Blick auf Muttermale: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, mehrere Farbtöne (Colour), Durchmesser, der wächst oder sich verändert, Erhabenheit über das Hautniveau. Das IQWiG weist auch auf die Kehrseite hin: Das Screening findet mehr Hautkrebs, ob es Todesfälle verhindert, ist nicht belegt, und manche entfernte Stelle erweist sich als gutartig. Wer ein auffälliges Mal bemerkt, muss nicht auf den Zweijahresrhythmus warten.
Wann zur Apotheke oder in die Praxis?
In der Apotheke bekommen Sie Rat zum passenden Lichtschutzfaktor für Ihren Hauttyp, zu Medikamenten, die lichtempfindlich machen, und zu kühlenden Produkten nach dem Sonnenbad. In die Praxis gehören Sonnenbrände mit Blasen oder Fieber, Hautausschläge, die nicht abklingen, und jedes Muttermal, das wächst, juckt, blutet oder seine Form ändert. Weitere Themen für die warme Jahreszeit finden Sie im Bereich Gesundheit & Ernährung.
Durchfall im Sommer geht meist auf Keime in ungekühlten Lebensmitteln zurück und klingt innerhalb weniger Tage ab. Wichtigste Sofortmaßnahme: viel trinken und Salze ersetzen. Bessert sich nichts nach 48 Stunden, gehört der Fall in die Praxis.
Leistenschmerz vor dem 45. Lebensjahr beruht häufig auf einem Hüftimpingement oder einer Hüftdysplasie, nicht auf Arthrose. Beides lässt sich oft gelenkerhaltend behandeln, solange der Knorpel noch intakt ist.
Bei Hitze weiten sich die Gefäße, der Blutdruck kann fallen und das Herz muss schneller schlagen; Herzkranke und Menschen ab 65 Jahren sind besonders gefährdet. Das Robert Koch-Institut schätzt für 2026 rund 16.000 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland.